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Studien und wissenschaftliche Arbeiten (nicht im Buchhandel)

Einzelne Mitglieder des Netzwerks präsentieren hier Studien und wissenschaftliche Arbeiten (z.B. Master- und Diplomarbeiten).  Es sind jedoch keine Empfehlungen des nla als Verein.

(Übernommen aus vorheriger Version der nla-Website)

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Durch die Auswertung der Interviews von sieben Personen (welche über eine reiche Erfahrung
mit der Anwendung des LOA mit Jugendlichen verfügen) und meine Beobachtungen des
Alltags auf dem Grundhof, komme ich zur Schlussfolgerung, dass der LOA sehr wohl geeignet
ist für die Anwendung mit Jugendlichen. Meine Ausgangsfrage scheint hiernach mit einem
Ja beantwortet werden zu können. Doch nicht ohne das Schlüsselwort „jugendgerecht“
hinzuzufügen - wie sich recht klar herausstellte: Die Analyse der Interviews hat gezeigt, dass
es notwendig ist, Anpassungen vorzunehmen um dieses Modell in eine jugendgerechte Form
zu bringen.
Leider hatten fast alle Befragten keine praktische Erfahrung mit anderen Ansätzen und der
Verwendung des LOA mit Erwachsenen, die Frage nach den Unterschieden muss deshalb als
unzureichend beantwortet werden. Wie man unter 4.2 nachlesen kann, sind doch prägnante
Unterschiede des LOA zu anderen Ansätzen vorhanden, einige Punkte aus der Theorie im
zweiten Kapitel werden eindeutig bestätigt. Die genannten Hauptstärken des LOA (die sich
oft mit den Unterschieden zu anderen Ansätzen decken) möchte ich hier nochmals kurz aufzählen:
Die Förderung der Eigeninitiative und der Selbstverantwortung, die Flexibilität in der Anwendung
des LOA in allen möglichen Bereichen und die positive Grundhaltung mit einer
optimistischen Zukunftsorientierung.
Wie schon gesagt, wird die Expertise des Jungendlichen von keinem der Befragten in angezweifelt.
Hier ein Auszug aus dem Interview mit E: „Ich finde, es ist keine Frage des Alters,
ob er Experte ist oder nicht. Man ist immer für sein Alter Experte. Mein einjähriger Sohn ist
für sein Alter mehr Experte als ich eigentlich. Weil ich nicht mehr weiss, wie es war als Einjähriger.“
Bei der Frage nach dem Vorstellungsvermögen und der Verbalisierungsfähigkeit waren die
Meinungen wieder getrennt. Da scheinen z. T. schon Schwierigkeiten aufzutauchen. Der Jugendliche
braucht mehr Zeit, kann durch Übung sich jedoch weiterentwickeln und lernen. Als
Beispiel zeige ich hier nochmals einen Ausschnitt aus dem Interview mit E: „…Man muss
halt die Frage so stellen, dass der Befragte mitkommt. Ob ich sie einem Fünfjährigen, einem
Erwachsenen, dem eigenen Kind oder einem behinderten Mensch stelle, macht einen klaren
Unterschied. Wir haben bei uns Jugendliche, die sich nicht so gut ausdrücken können. Denen
muss man andere Möglichkeiten geben als die Sprache: Gegenstände, Skizzen oder irgendetwas.
Mit der Skalafragen muss der Mensch auch wissen, das Fünf mehr ist als Vier. Sie lernen
das Verbalisieren hier aber auch sehr gut, man kann das lernen, eindeutig! Es ist die Kunst des Interviewers, sich auf diese Ebene zu begeben, wo er am besten ausschöpfen
kann.“
Hier kann man auch schon einige Anpassungshilfen herauslesen. Die meistgenannte war das
Skizzieren, gefolgt von der Verwendung von Gegenständen. Wieder zeigte sich, dass sich der
LOA sehr sinnvoll in einer jugendgerechten Form anwenden lässt.
Bei der Frage nach den Schwächen des LOA stellte sich heraus, dass an sich keine Schwächen
gesehen werden, nur bei dessen Anwendung. Zur Verdeutlichung ein Interviewausschnitt
mit M: „Ich sage es immer so, dass es, wie bei allen anderen Therapien wohl auch,
keinen Trick gibt! Und das ist es auch, was das lösungsorientierte Modell sagt: Ich muss nicht
meinen, ich könne ein Beratungsgespräch führen und damit ein Problem lösen. Also da gibt
es immer wieder Grenzen, die liegen auch in den Menschen. Vielleicht will er auch nicht oder
es ist nicht die Zeit dazu. Da sehe ich die Grenzen. Und ein Erwachsener kann auch sagen,
dass ihm solch ein Beratungsgespräch widerspricht. Das alles liegt aber nicht am Modell,
sondern an der Anwendung. Dieser Ansatz sagt auch nicht, dass er heilt. Er sagt nicht, dass
er einen Schizophrenen heilen kann.“
Nach der Auswertung der Interviews wurden die Gütekriterien diskutiert, gefolgt von einem
Ausblick und Ideen zur weiterführenden Forschung.

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