GANZE nla-WEBSITE DURCHSUCHEN:

LOA in der Schulbildung

Felix Haas

Lösungsorientierung in der Schulbildung

Keine Lehrperson wird heutzutage alleine aufgrund ihrer Funktion als Autorität wahrgenommen. Eine gute Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ist eine notwendige Bedingung für guten Unterricht. Der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie hat mit seinen Studien herausgefunden, dass das Lehren und Lernen dann erfolgreich ist, wenn die Lehrkräfte sich für die Sicht der Schüler interessieren und sich der Schüler als eigener Lehrer wahrnimmt. Zweifellos bietet LOA mit seinen Grundhaltungen und dem Fokus auf die Selbstkompetenz beste Voraussetzungen, um diese Bedingungen zu erfüllen.

 
Lösungsorientierte Wahrnehmung und Kommunikation schaffen gegenseitig Vertrauen und Respekt. Die meisten SchülerInnen lassen sich durch eine intakte Beziehung führen. Disziplinarische Probleme werden seltener und destruktive Feindbilder werden auf beiden Seiten abgebaut. Durch lösungsorientierte Elemente im Unterricht werden die SchülerInnen immer selbstständiger und entwickeln immer mehr Selbststeuerungskompetenzen. Dies führt als Nebeneffekt auch zu einer zeitlichen Entlastung der Lehrperson.
 
Unsere Schulen haben einen Reformrückstand gegenüber der Gesellschaft, dem in den letzten Jahren ein wilder Aktionismus entgegengesetzt wurde. Die Organisation Schule ist jedoch mit dem Tempo überfordert, denn nur in seltenen Fällen werden genügend Ressourcen zu Verfügung gestellt, um neue Konzepte sorgfältig umzusetzen. E ist aber entscheidend, dass die Lehrkräfte die Neuerungen als hilfreich und lohnend erfahren. Im Moment sind es in den meisten Fällen erst einzelne Lehrpersonen, die das lösungsorientierte Modell in ihren Klassen umsetzen. Es ist davon auszugehen, dass sich diese kleinen Zellen bewähren und so früher oder später die pädagogische Ausrichtung der Schulen beeinflussen werden.