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LOA in der Mediation

Sandro Vicini

Lösungsorientierte Mediation


Mediation ist ein (professionelles) psychologisches Verfahren zur Vermittlung in Konflikten, in dem ein (nicht involvierter) Dritter die Beteiligten unterstützt, die zwischen ihnen bestehenden Konflikte eigenverantwortlich, einvernehmlich und fair auf der Basis von Verhandlungen zu Iösen.
 
Zwei Aspekte sind dabei zentral; In der Mediation geht es um das Erarbeiten konkreter Lösungen, und die Mediandlnnen sind gefordert, eigenverantwortlich eine für sie passende Lösung zu konstruieren. Deshalb eignet sich der lösungsorientierte Ansatz mit seiner starken Fokussierung auf  positiv besetzte Ziele und mit seiner Haltung des Empowerment bestens, um mediative Prozesse zu gestalten. 
 
Wie in Coaching und Beratung sind die Maximen der Kundenorientierung und der Lösungsfokussierung leitend. Damit ist auch intendiert: Nicht der Konflikt als solcher steht im Zentrum, nicht die Schuldfrage, sondern die Gestaltung des zukünftigen friedlicheren Miteinanders. Unabdingbar für den Mediator ist dabei die Haltung der Allparteilichkeit, und dass es gelingt, in den Mediandlnnen wiederum die Zuversicht für die Möglichkeit der Bewältigung ihres Konflikts zu wecken.  
 
Ähnlich wie im Coaching ist die Mediatorin gehalten, auf eigene inhaltliche Beiträge zur Anreicherung einer Lösung möglichst zu verzichten. Wenn allerdings die Mediandlnnen trotz sorgfaltigen Nachfragens der Mediatorin ihre Blockade nicht überwinden können, kann diese subsidiär Optionen zu generieren helfen, sprachlich gekleidet in die Form von Fragen und Angeboten (Vicini& Spirgi, 2008)

Das Vorgehen in der lösungsorientierten Mediation gliedert sich grob in drei Phasen: Ziele klären, Lösungsoptionen generieren, Vereinbarungen treffen Die ersten beiden sind wieder analog des Vorgehens in andern psychosozialen Unterstützungssettings; spezifisch für die Mediation ist das Erarbeiten einer konkreten Vereinbarung. Diese kann in ihrer Ausprägung mit grosser Variabilität ausgestaltet sein: von einer mündlichen Übereinkunft über diverse Varianten von Aktennotizen bis zur justiziablen Form einer Konvention.
 
Obwohl die Nützlichkeit des LoA für die Mediation evident ist, gibt es diesbezüglich kaum eine wissenschaftliche Tradition - damit öffnet sich für forschungsaffine Praktikerlnnen und praxisorientierte Forscherlnnen ein spannendes Handlungsfeld!

Aktuelle Literatur:

Bannink, F. (2012) Praxis der Positiven Psychologie. Göttingen: Hogrefe.
 
Bannink, F. (2009). Praxis der Lösungs-fokussierten Mediation. Reihe Professionelles Konfliktmanagement. Stuttgart: Concadora Verlag.
 
Duss-von Werdt, J. (2012). Mediation. In: Wirth, J. & Kleve, H. (Hrsg.) Lexikon des     systemischen Arbeitens. Heidelberg: Carl-Auer.
 
Radatz, S. et al. (2007). lnterrelationales Konfliktmanagement. Konflikte andersbetrachtet und anders behandelt. Wien: Verlag Systemisches Management.
 
Vicini, S. & Spirgi, H. (2008). Die lösungsorientierte Balance zwischen Experten-und Prozessorientierung
 
Vicini, S. (2011). Handout Workshop „Lösungsorientierte Mediation“ NLA-Tagung, siehe in => NLA-TAGUNG 2011 / UNTERLAGEN